Dienstag, 28. Mai 2019

Savuti: Auf Triplepanne folgt Löwenglück


Hermann kann alles besser, auch Panne. Auf dem Weg von Kasane nach Savuti bleiben wir gleich auf den ersten Metern der berüchtigten  Tiefsandpiste stecken. Der Toyata Hilux hat leider eine Besonderheit, die seine Bodenfreiheit zusätzlich einengt: das zweite Reserverad ist am Unterboden angebracht. Mit diesem Ersatzrad bleiben wir auf dem Sandwall zwischen den beiden ausgefahrenen Spuren hängen. Hermann lässt zunächst kräftig Luft ab.


Dann kommt die Schaufel zum Einsatz. Hermann schaufelt nur die Hinterräder frei, weil er sich rückwärts freifahren will.


Er startet zuversichtlich. Fehlanzeige. Jetzt wird der Highrack ausgepackt. Kapitän Bernd hat die Piste vor uns ohne große Probleme passiert und erkundigt sich, ob er helfen kann. Wir bitten ihn zu warten, wo er ist. Auf dieser Piste fährt man nicht ohne Not zurück.
Während Hermann den Wagen mit dem Highrack anhebt, kommt ein professioneller Game-Drive vorbei. Als er aber sieht, dass Hermann weiß, was zu tun ist, fährt er weiter. Ich habe inzwischen am Rand Holz gesammelt, welches wir zusätzlich unter die gehobenen Rückreifen schieben. Dann entfernt Hermann den Highrack und startet. Dieses Mal erfolgreich. Wir surfen wieder!
Wenige Bodenwellen später sitzen wir erneut fest. Als Hermann die Räder freigräbt, schließen hilfsbereite Holländer mit ihrem Toyata Landcruiser auf. Ihr Angebot, uns herauszuziehen, nehmen wir gern an. Dazu müssen sie uns zunächst neben der Piste überholen. Beim Überholen schert das Heck aus und das Ersatzrad schrammt uns. Der rückwärtige Scheinwerfer wird dabei beschädigt, ist aber noch einsatzfähig.


Unbeirrt zieht Frank uns aus dem Sandloch. Natürlich haben wir das gleiche Ziel, das Savuti Camp.

Am Gate zum Savuti tauschen wir die Personalien aus für die Versicherungen. Beide Fahrzeuge sind all inclusive versichert. Das ist bei diesen Strecken mit einem Mietwagen auch nicht anders zu empfehlen.


Nachdem wir uns am Gate angemeldet haben, brechen wir direkt auf den ersten Game-Drive auf. Hermann und ich erkennen Savuti nicht wieder. Wir erinnern uns an riesige Tierherden in einer wasserreichen Lagune. Jetzt ist alles trocken und verdörrt bis auf drei verschlammte Wasserlöcher. Botswana erlebt nach einer viel zu kurzen Regenzeit einen ungewöhnlich trockenen Winter. Viele Sümpfe sind jetzt schon so ausgetrocknet wie sonst frühestens im Juli oder August.

Am Wasserloch warten wir mit anderen auf die Löwen.

Es habe eine Gruppe mit acht Löwen im Park, sagt man uns. Unser erster Game-Drive im Bereich der Rhinoflat, da wo die Löwen seit Tagen immer wieder gesichtet werden,  ist erfolglos.

Es ist schon dunkel, als wir unsere Dachzelte aufschlagen. Duschen fällt heute aus. Denn bei Dunkelheit darf man im Savuti die Ablution, das Waschhaus also, nur noch mit dem Auto aufsuchen.


Einzig Hermann duscht noch mit seiner Campdusche. Beim Schaufeln in der Mittagshitze hat er schließlich mächtig geschwitzt. Wir anderen waschen uns neben der Feuerstelle in der Waschschüssel. In dieser Nacht kommt der erste Traveljohn, ein Reiseurinal, zum Einsatz. Nächtliche Toilettengänge sind im Löwenland viel zu gefährlich. Die Nacht ist voller Geräusche. Wir hören Löwen. Ob wir sie morgen auch sehen werden?




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