Mittwoch, 29. Mai 2019

Khwai: Sicher Campen in der Wildnis oder ein Elefant sucht Anschluss

Das wasserreiche Khwai ist Garant für paradiesische Tierbegegnungen.

Flusspferde, Reiher und Waterbuck am River Khwai.
Allem Wasserreichtum zum Trotz ist der Campground völlig unerschlossen. Man campt in der Wildnis. Selbst Brauchwasser ist  mitzubringen. Unser Hilux Wassertank fasst 40 Liter, zusätzlich haben wir noch leere Trinkwasserbehälter  mit Brauchwasser gefüllt. So dass wir uns getrost eine Camperdusche mit 10 Litern erlauben können.

Wer auf die Toilette muss, sucht sich ein einsames Plätzchen im Wald. Größere Geschäfte vergräbt man samt Clopapier oder fackelt letzteres ab. Da hier überall lockerer Sandboden liegt, reicht ein Zweig, um eine kleine Vertiefung zu buddeln.

Unsere Reservierung ist leider vergeben.

Auf dem Ersatzplatz hat ein Elefant sein Zuhause.
In Khwai gibt es gleich zwei Überraschungen. Unser reservierter Platz ist bereits vergeben und auf unserem Ersatzplatz steht mittendrin im Schatten eines Amarulabaumes ein riesiger Elefant, der sich nicht verscheuchen lässt. "Mein Platz," scheint er zu sagen.


Hermann und ich haben uns recht schnell mit der WG abgefunden, das Auto geparkt und die Camperdusche installiert. Der Elefant ist freundlich, scheint Familienanschluss zu suchen. Sein Appetit ist das größte Problem. Von Platznachbarn aus Namibia erfahren wir, dass er unseren Vorgängern auf dem Platz die Äpfel und Orangen weggefressen hat. Velvet Monkeys  haben ihr Übriges dazugetan, so dass die Familie schließlich mit leeren Vorräten verfrüht abreiste.

Hier bleiben wir.

Doch Anette und Bernd haben inzwischen einen neuen Platz organisiert. Der neue Platz gilt als Notplatz, da er direkt am Trampelpfad der Flußpferde liegt. Mir wäre der Elefant lieber gewesen, denn Flusspferde gelten als besonders gefährlich. Also sammeln Bernd und Hermann auf dem bewaldeten Platz genügend Holz, um damit das Lagerfeuer bis zum Morgen am Lodern zu halten. Holzsammeln ist überall streng verboten, aber spätestens bei verpatzter Dienstleistung gelten Hermanns Regeln. Ich wiederhole: spätestens.

Um 6 wird es dunkel. Wir kochen und essen mit Stirnlampen.

In Botswana liegen alle Campsites ungeschützt mitten in der Wildnis. Am Gate erfährt man, was zu beachten ist, damit es zu keinen Angriffen kommt. Gefährlich wird es erst mit der Dämmerung. Zwar ist man in der Dunkelheit vor diebischen Affen sicher, aber dann kommen die nachtaktiven Tiere. Gegen Raubkatzen, Schakale und Hyänen hilft ein Lagerfeuer. Der Rauch hält auch Elefanten und Flusspferde fern.

Im tierreichen Okavango-Delta ist ein Lagerfeuer Pflicht, solange man sich nachts im Freien aufhält. Wir stellen zusätzlich unsere Zelte V-förmig um die Feuerstelle auf und bilden damit auf zwei Seiten eine Schutzmauer gegen wilde Tiere. Wenn dann noch die Dachzeltleitern zum Feuer ausgerichtet sind, ist man sicher.

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