Samstag, 1. Juni 2019

So leben die Menschen in Afrika

Wer viele Kilometer auf Afrikas Straßen zurücklegt, dem fallen so einige Sachen auf. Zum einen sind da die vielen Kinder, die an die Straße rennen und " Sweets, sweets", rufen, sobald sie Touristen ausgemacht haben. Und als solche sind wir natürlich sofort zu erkennen. Weiter fallen auch die vielen Sachen auf, die aus unserer Welt nicht kennen. Diese zwei Brüder sind mit ihrem Rindergespann ein eingespieltes Team. Mit einem Schlitten holen sie tagtäglich frisches Wasser für ihr kleines Dorf. Wenn der kleine vorne läuft, laufen auch die Rinder. Hält er an, bleibt das ganze Gespann stehen. Sein großer Bruder muss sehen, dass der Schlitten schön in der Spur bleibt, denn eine Schräglage würde schnell das Wasser zum Kippen bringen. Der Schlitten ist, wie wir später sehen, nur aus Holz und Seilen gefertigt. Alles andere wäre wohl zu aufwendig und teuer.


Häufig denken wir, so stellt man sich zuhause Afrika vor. Und manchmal auch nicht, denn in der Nacht z. B. frieren tatsächlich einige unserer kleinen Reisegruppe. Sie zittern nicht vor Angst wegen der vielen afrikanischen Tierlaute und fremden Geräusch, sondern weil man sich bei den Tagestemperaturen von bis zu über 30 Grad, die Nächte nicht so vorgestellt hätte. Dabei haben wir eine Matratze, warme Schlafsäcke und Wolldecken. Die beiden Jungen werden vermutlich in ihrer Lehmhütte auf einem Geflecht aus Papyrus liegen, zugedeckt mit einer Art alter Armeedecke.



So wie die typische afrikanische Matratze aus dem Schilfgürtel der Flüsse kommt, so ist es auch mit der traditionellen Hausabdeckung aus Reet.  Zum Glück sind die Afrikaner in vielen Sachen gelassener als wir. Was für uns unvorstellbar ist, ist für sie Normalität. Soll ich nun sagen : "Was haben wir es gut?" Oder sollte ich eher sagen: "Wie arm sind wir dran und wie glücklich sind diese Menschen hier, da sie MIT SO WENIG, SO GLÜCKLICH UND ZUFRIEDEN zu sein scheinen? Denn auf freundliche und glückliche Menschen und Gesichter treffen wir auf unserer gesamten Reise.


Da kann der Besuch von zwei Bleichgesichtern in einem kleinen Dorf schon Stress auslösen, wenn der Gast denkt, dass die mitgebrachten Kugelschreiber gerecht verteilt würden, wenn man sie einem von vielen Kindern gibt. Leider Fehlanzeige und Renate ist um eine Erfahrung reicher. Als ich danach den Kindern jeweils ein MAOAM Päckchen gebe, die bei dem Gerangel um die Kugelschreiber leer ausgegangen sind, strahlen die Gesichter wieder, die kurz vorher mit den Tränen gekämpft hatten.


Auf das Geschrei der Kinder hin, taucht ein Mädchen auf, das sich mit Renate auf Englisch unterhalten kann. Sie berichtet, dass in ihrem Dorf rund 50 Personen leben. Die Kinder besuchen zu Fuß eine Schule, die nur ca. 1 1/2 Kilometer weit entfernt auf der anderen Straßenseite liegt. Das Mädchen geht nicht mehr zur Schule, hat aber auch keine Arbeit. Das ist schade, denn sie spricht ganz gut Englisch. Sehr viele, auch junge Menschen können nicht mit uns reden, weil sie nicht Englisch sprechen. Und selbst bei Guides ist eine sehr schlechte englische Aussprache festzustellen. Zum Abschied dürfen wir die Gruppe fotografieren. Der Dorfbesuch hat uns bereichert. Wir sind unterwegs und haben nur das Nötigste von unserem Hab und Gut bei uns. Dieses Nötigste ist jedoch viel mehr, als diese einfachen Menschen jemals besitzen werden. Trotz ihrer materiellen Armut sind sie zufrieden und damit reicher, als die meisten Menschen in der westlichen Welt.




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