Donnerstag, 6. Juni 2019

Haushaltsauflösung und Fahrzeugrückgabe



Baumwollfelder säumen die Straße nach Johannesburg.

Auf dem Weg zu Britz kommen wir an einer Familie vorbei, die am Straßenrand selbstgezogene Pflanzen in leeren Plastikverpackungen verkauft und ausgediente Autoreifen zu Körben upcycelt. Hermann stoppt. In einer Waschschüssel haben wir Lebensmittel und Dinge, die wir nicht mehr brauchen, gesammelt, um sie zu verschenken. 

Die Plastikschüssel ist auf der Piste zwischen Savuti und Khwai am Rand gebrochen, weil die HAW-01 beladen darin stand, sie ist aber noch  voll funktionstüchtig. Bernd hat aus Deutschland auf besondere Empfehlung ein Radkreuz mitgebracht, das er nicht mehr braucht und Anette will ihr Reisekissen hier lassen. Über das Kissen freut sich die zierliche Frau besonders. Ihre Söhne werden mit dem Radkreuz sicherlich etwas anzufangen wissen.

Die Fahrzeuge werden genau inspiziert

Bei der Fahrzeugübergabe gibt es Einiges zu bemängeln: Die Gravelroads, Tiefsandpisten, Waschbrettpisten und Asphaltstraßen mit badewannengroßen Potholes haben unsere White Beauties bis in die letzten Ecken eingestaubt und ihnen mächtig zugesetzt. Bei unserem Hilux sind die Stoßdämpfer ruiniert und der Kühler läuft aus. Außerdem haben  wir tiefe Kratzer im Lack, Dellen, Abdeckungen verloren und verbogene Stoßstangen. Bei der Wasserdurchfahrt haben sich die Nummernschilder gekräuselt. Bei beiden Fahrzeugen wird die All inclusive Insurance einspringen. Für beide Parteien wird die Selbstbeteiligung fällig. Insgesamt haben wir auf unserer Rundreise fast 6.000 km zurückgelegt, gemessen daran und an unseren großartigen Abenteuern, ist das gut zu verschmerzen.

Mittwoch, 5. Juni 2019

Big Five Finale im Marakele Nationalpark



Unsere letzten beiden Nächte verbringen wir im Marakele Nationalpark in Südafrika, 250 km nördlich von Johannesburg. In diesem Schutzgebiet leben alle Big Fives. Vier haben wir bereits gesehen, nur Rhinos fehlen uns noch. Die kommen hier angeblich hin und wieder sogar auf die Bontle Campsite, wo wir uns passenderweise den Rhino Standplatz ausgesucht haben.

Bis wir die Rhinos von hinten sehen, können wir sie in aller Ruhe fotografieren und beobachten.
Es ist sehr leer hier, insgesamt teilen wir uns den großen schattigen Platz und die ausgezeichneten Sanitäranlagen mit zwei weiteren Camperehepaaren.

Sobald die Sonne untergeht, ist auch klar, warum. Der ca 1200 Meter hoch gelegene Nationalpark, umgeben von einer Bergkette, kann im Winter den Gefrierpunkt erreichen. Ganz so schlimm ist es nicht, unsere Nächte sind aber mit 5 Grad auch schon sehr kalt fürs Campen. Tagsüber ist es jedoch wunderbar sonnig bei 28 bis 30 Grad.


So sah's nachts im Nachbarzelt aus.
Gleich am Nachmittag machen wir einen Game Drive, Fokus auf Nashorngrau. Aber außer wenigen Impalas, Kudus, Zebras, Gnus und einem Oryx  finden wir nichts. Der dichte Wald bietet kaum Einblicke. An den zahlreichen Wildwechseln, Losung auf den Wegen und dem Verbiss sieht man aber, dass es viel Wild geben muss.


Lenong View Point
Auf dem Lenong hat man ein tolles Bergpanorama.

Das Frühstück am nächsten Morgen verschieben wir auf unser erstes Ziel, den 1900 Meter hoch gelegenen Lenong View Point. Dort kann man in der Thermik der frühen Morgenstunden Geier beobachten. Die Geier waren allerdings die früheren Vögel, denn wir erleben die Show nur noch von der engen und steilen Aufstiegsstraße aus.


Frühstück auf dem Lenong.
Direkt am Aussichtspunkt bereitet Bernd den letzten in der Konsistenz längst perfektionierten Porridge zu. Dazu gibt es die letzte Schüssel Obstsalat.




Das Wild gibt sich hier sehr bedeckt.
Auf der Rückfahrt vom Lenong zum Campground erleben Hermann und ich einen weiteren extrem tierarmen Game Drive und geben frustriert auf. Anette und Bernd sind schon vor uns auf dem Platz und wollten uns bereits mit dem Funkgerät informieren, dass wir Besuch bekommen haben. Was für eine Überraschung! Direkt neben unserem Standplatz grasen Mutter und Kind Rhino!











Später schaut noch ein Straußenhahn mit zwei Hennen vorbei.

Im weichen Abendlicht grasen Antilopen in der Steppe und ein Gnu, schwarz wie die Nacht, die uns umgibt, beobachtet uns beim Kochen. Als wir schon im Bett liegen, galoppiert der Gnu, durch irgendetwas aufgeschreckt, an unseren Fahrzeugen vorbei auf und davon.


Das Feuer wärmt uns und spendet Licht.


Unsere Rundreise und damit auch unsere Vorräte gehen zur Neige. Das Abendessen gleicht einer Abschiedsparty. Es gibt Mittelmeergemüse Ratatouille mit reichlich Schältomaten, aber zu wenig Kartoffeln. Als Sättigungsbeilage röstet Hermann altes Brot knusprig in der Pfanne mit Olivenöl, denn die Butter ist alle. Dazu gibt es Oliven aus dem Glas und Fetakäse. Im Cooler ist noch eine Dose Schweppes Tonic Water für jeden. Gut, dass wir noch genügend Brennholz haben. Wir wärmen uns am Lagerfeuer und trinken heißen Roiboschtee, damit uns die Finger beim Bloggen nicht steif werden.

Geniale Standplätze auf unserer Afrikatour

In den vergangenen Beiträgen ist schon sehr viel über die einzelnen Stellplätze gesagt worden. Hier möchte ich noch einmal auf ein paar eingehen, von denen ich denke, dass man speziell etwas sagen muss und sollte. Vor allem für diejenigen der Leser, die mit etwa Afrika liebäugelt.


Xakanaka direkt am Okavango Delta gelegen hatte schon im Jahr 2013 unser Herz erobert. Seit dem sind aber vor allem die nötigen Örtlichkeiten anscheinend bei den Verantwortlichen in Vergessenheit geraten, die vor allem bei den weiblichen Reisenden einen hohen Stellenwert haben. Das fanden wir alle sehr schade und erhoffen uns für alle zukünftigen Gäste, dass sich dieses wieder bessert, vor allem wenn man auch nicht gerade wenig für eine Nacht mit wenig Komfort bezahlt hat. Bei dieser Übernachtung hat uns keine 10 Meter von unserem Zelt ein Holz kauendes Flusspferd eine Gute Nacht gewünscht.

Kubu Island in der Makgadikgadi Pan liegt vermutlich weit ab von den meist geplanten Routen, ist aber der Kracher für diejenigen, die etwas spezielles suchen. Der lange und anspruchsvolle sowie sehr, sehr staubige Weg aus Richtung Maun hat es in sich, lohnt sich aber alleine für die Sonnenuntergang und Sonnenaufgangsstimmung. Achtung, für alle die, die meinen es gehe den größten Teil durch Salzwüste sei gesagt, dass dem nicht so ist. Wenige Stellplätze heißt unbedingt frühzeitig buchen. Am besten wenn möglich mindestens 2 Nächte.


Ihaha, mein absoluter Favorit. Die Anfahrt lässt mit dem Tierreichtum ganz sicher jedes Tierfreundherz höher schlagen. Die Stimmung, die Ruhe und die Afrikanischen Geräusche tun ihr übriges. Wenn möglich unbedingt 2 Nächte einplanen.


Swamp Stop Camp in der Pan handle, nahe den Tsodilo Hills, direkt am Okavango gelegen ist ein klasse Platz als Ausgangspunkt die Hills zu besuchen. Dieses kann ich nur jedem ans Herz legen. Vor allem, wenn man die Menschen in der Gegend unterstützen möchte. Unsere Reise hat gezeigt, daß sich wirklich jeder Kontakt mehr als gelohnt hat. Und was uns besonders am Herzen lag, der Kontakt mit den Leuten wie Du und Ich. Eben die NORMALEN, einfachen Leute. Die Gegenden ohne die Touristenmassen benötigen unbedingt Unterstützung. So macht solch eine Reise noch viel mehr Sinn.

My name is Josef

Lange habe ich mich gefragt, was meine Eltern geritten hatte, mir so einen langen Vornamen zu geben. Die Gunst der späten Geburt hat ihn mir vermutlich beschert. Langsam aber sicher denke ich aber zu wissen was der Grund war. Die beiden Lieben haben damals schon damit gerechnet, dass das noch zu irgend etwas gut sein wird. Natürlich gibt es auch eine andere Begründung dafür, dass mein voller Name Hermann-Josef Wilhelm ist. Hermann deswegen, da mein Vater und mein Patenonkel diesen Namen haben. Wilhelm, weil der Vater meiner Mutter diesen Namen trug. Als meine Eltern dann damit zum Pastor sind, sagte dieser, dass es es gar nicht schön fände, ein Kind zu taufen, welches keinen Namen hätte, der in der Bibel zu finden wäre. So wurde kurzer Hand aus Hermann eben Hermann-Josef.


Als ich mit meinem Miet Hilux zu Donald kam, damit dieser nach dem Kühler schaut und er sagt:"Donald, wie Donald Trump", wäre sein Name und ich ihm sagte, dass ich Hermann heiße, schaute er mich nur groß an und machte mit seinem ganzen Körper den Eindruck, mich nicht verstanden zu haben. Schön, wenn man dann eine Ehefrau im Auto sitzen hat, die hilft und sagt:" JOSEF " ist doch viel internationaler. Also heiße ich ab sofort nur noch Josef und alle freuen sich, wie einfach mein Name zu merken und auszusprechen ist.


Bevor wir in die Makgadikgadi Pan sind, wollte unser Roadcaptain Bernd unbedingt an seinem Wagen noch den Reifendruck prüfen. Renate und ich parkten im Schatten und warteten. Mit einem Mal standen die 3 neben uns. Der Junge in der Mitte war der Redelsführer und hatte einen Pick Up aus Draht vor sich her geschoben. Ich sprach ihn an und sagte, dass wir beide das selbe Auto fahren würden. Darauf kam von ihm sofort :"Give me money!" mit der entsprechenden Handbewegung. Darauf stieg ich aus und sprach mit den Dreien. Wofür er denn Geld benötigen würde? Und warum ich ihm den Geld geben sollte. Und ob er es schön finden würde, wenn ich ihn um Geld anhauen würde. Verlegen schauten alle drei. Dann fragte ich sie nach ihren Namen und einer nach dem anderen sagte mir die typisch afrikanischen Namen, die man kaum aussprechen kann und noch weniger merken kann. Der Redelsführer fragte dann, wie denn meiner wäre? Josef fanden alle prima. Dann erklärte Josef ihnen, dass sie bitte in Zukunft nicht mehr nach Geld fragen sollten. Das würde keinem auf der ganzen Welt gefallen. Die 3 verstanden und nickten zustimmend. Dann holte ich aus dem Auto 3 Kulis und 3 Maoampäckchen. 6 Augen leuchten und strahlten. Wir redeten noch einiges bis Bernd fertig war mit dem Reifendruck. Bis dahin waren die Maoams schon komplett vernichtet. Und weil es Sonntag war und die 3 gerne für ein Foto bereit waren, gab es noch für jeden ein Päckchen. Als wir dann losfahren sagte der Junge mit der Kapuze seine ersten Wörter in unserer Konversation :"Thank you Josef." Josef ist einfach ein genialer Name. Das hörte sich so gut an!


Als wir zu Lazarus kamen und er uns kostenlos zum Picnic Ground passieren ließ, trug er eine Basecap, die man nicht mehr so nennen konnte. Der Stoff auf dem Kopf war fast vollständig verschlissen. Renate fragte mich, ob ich nicht zufällig noch zu meiner geliebten roten Ohio Basecap eine weitere dabei hätte. Ja, aber natürlich, die vom guten Patenonkel Hermann geschenkte. Diese tut doch bessere Dienste bei Lazarus. Dieser war sehr glücklich darüber, wollte aber wohl aus Scham zum Foto nicht nochmal seine alte Mütze aufsetzen. War auch nicht nötig. Hauptsache die Cap hat ihren Zweck erfüllt. Es muss doch was Gutes heraus kommen, wenn zwei so biblische Namensträger aufeinander treffen und jeder hatte sich sofort und gut den Namen des anderen merken können.


So ging es mir noch ein paar Mal in unseren fast 4 Wochen der Reise. Auch bei diesen lieben Süßen, die wie so viele nach SWEETS!!!!! gerufen haben. Und diese gab es, nachdem sie mir ihre Namen gesagt hatten, natürlich vomJosef.
Heute auf der Autobahn hielten wir bei einer Toll Stelle. Die sehr voluminöse Dame hinterm Schalter hatte ein Namensschild vor sich, auf welchem der Name Maria prankte. "Hello Maria, I'm Josef." Darauf Maria :"Josef, I'm still waiting for my child." Darauf ich:"The Lord will provide it." Darauf sie:"And the holy spirit." MIT schallendem Gelächter auf beiden Seiten mussten wir leider zu schnell weiter fahren.
JOSEF IST EINFACH EIN GENIALER NAME. Danke Mutter und Vater und Herr Pastor!

Sonntag, 2. Juni 2019

Faszination Kubu Island in den Makgadikgadi Pans und ein tropfender Kühler

Auf ein paar Spots von dieser Reise waren wir besonders gespannt. Darunter unter anderem die Makgadikgadi Pans im Nordosten Botswanas.



Wir starteten unsere anspruchsvolle Fahrt in Maun. Dieses sollte mit die staubigste Angelegenheit während unserer Reise werden. Zum ersten Mal müssen wir wirklich beachtlichen Abstand zum Vordermann halten, weil man oft keine 5 Meter weit sehen kann.


Man muss erst lange offroad fahren, bevor man die erste Salzebene erreicht. Und der passende Einstieg in den Track hat laut Reiseführer schon so manchem Reisenden ordentlich Nerven gekostet. Bei uns klappt es zwar nicht beim ersten Mal, aber bald ist Roadcaptain Bernd mit seiner Anette durch so manche Hinterhöfe auf dem passenden Track gelandet, der alles andere als wie die Hauptroute aussieht. Aber die Mühe lohnt sich! Nach einem kurzen Fotostopp auf der verkrusteten Salzpfanne, setzen wir unsere Fahrt über die schneeweiße Piste Richtung Sowa Pan fort.


Im Südwesten der Sowapan liegt Kubu Island, eine kleine Granitfelsinsel im Salzpfannenmeer. Kubu Island ist nicht nur berühmt für seine malerische Lage, sondern auch für den Sternenhimmel.


Kubu Island: Dort, wo jetzt eine Salzpfanne ist, war vor 10.000 Jahren ein See. 

Der Tag neigt sich dem Ende zu und wir sind immer noch auf dem Weg nach Kubu Island. Der Sonnenuntergang fordert noch ein paar Fotostopps und so kommen wir wirklich im letzten Licht an.




King George, wie sich der Campmitarbeiter bei Bernd und Anette vorstellt, springt auf's Fahrertrittbrett und navigiert uns zum Platz. Wieder einmal heißt es hurtig die Zelte aufbauen und kochen.



Nach dem Essen und Abspülen geht es schnell ins Bett. Da auch dieser Platz sehr spartanisch ausgestattet ist und über keine Duschen verfügt, verschwinden die anderen 3 nach einer Katzenwäsche und Zähneputzen ins Zelt. Mir ist nach diesem Tag aber noch nach einer Dusche. Somit befülle ich meine Solardusche (schwarzer Duschsack) mit dem Wasser aus dem im Wagen eingebauten Tank (40 Liter) und habe unter einem faszinierenden Sternenhimmel eine sehr erfrischende Dusche. Bei diesen Außentemperaturen fragen sich Bernd und Anette oft, wie das möglich ist. Renate kennt das in der Zwischenzeit schon zur Genüge. Dann krabble auch ich ins Zelt und schlafe im Nu ein. In manchen Augenblicken ist es doch von Vorteil wenn man in einem alten, kalten und primitiven westfälischen Haus mit hartgesottenen Eltern aufgewachsen ist.






Morgens ging es ohne Frühstück um 6.00 Uhr auf die Ostseite der Felseninsel zum Sonnenaufgangsspot, wo auch immer dieser für jeden einzelnen lag.  Geschmäcker  sind bekanntlich sehr unterschiedlich, daher entschied man sich für verschiedene Standorte, um die Baobabs (Affenbrotbäume) im entsprechenden Licht zu bekommen. Dafür ist dieses Eiland bekannt.



Danach trafen wir uns an den Wagen wieder und wollten in der Salzpfanne frühstücken. Mir fiel sofort der feuchte Fleck unter dem Motor auf. Nein, reines Wasser war das nicht. Rötlich war nur die Kühlerflüssigkeit und dort fehlte auch was im Ausgleichsbehälter. Aber jetzt wurde erstmal gemütlich Nahrung aufgenommen. Anette hatte schon flink hochgerechnet, dass bei der Anzahl an Tropfen in 10 Sekunden der Kühler in einer Stunde einen Verlust von 0,8 Liter hätte. Wir hatten genug Wasser an Bord und nach der Auffüllung ging es Richtung Ausgang Pan, der ca 80 Kilometer weit entfernt lag.



Beim nächsten Stop an einem Veterinärtor stellte ich erleichtert fest, daß wir während der Fahrt mit warmem Motor, vermutlich wegen der Ausdehnung von Metall, keinen Tropfen Wasser verloren. Glück muss man haben und Gottes Segen, für den wir uns am Ende eines jeden Tages kräftig im Gebet bei ihm bedankten.

Malerische Baines Baobabs

Nachdem wir in Maun am 1. Juni, Samstagnachmittag, unsere Fahrzeuge wieder vollgetankt und alle Vorräte aufgefüllt hatten, verließen wir Maun am Sonntagmorgen in aller Frühe in Richtung Makgadikgadi-Pan. Nach 140 km kommt man am Gate des Nxai-Pan National Park vorbei, in dessen südlichem Teil eine Gruppe aus 7 riesigen Baobab Bäume steht. Den Namen "Baine's Baobabs" haben die eindrucksvollen Bäume vom englischen Maler und Abenteurer Thomas Baines, der sie am 22. Mai 1862 auf einem Bild verewigt hat, als er zusammen mit dem Forscher James Chapman von Namibia zu den Victoria Fällen reiste. Auf dem Weg kamen wir an diesem lustigen Ort vorbei.

Die Makgadikgadi Pan ist bekannt für die vielen Strauße, die dort leben. Tatsächlich begegnen uns entlang der Schnellstrasse A3 einige dieser Tiere.


Da wir Botswana nach der Makgadikgadi Pan verlassen werden, haben wir nur noch wenige PULA übrig und gedenken die Nxai Park Gebühr in Südafrikanischen RAND zu bezahlen, davon haben wir noch jede Menge. Groß ist die Überraschung als uns die Parkwärter erklären, dass wir heute leider nur in PULA und bar bezahlen könne, da sie am Sonntag keinen Wechselkurs von der Parkverwaltung mitgeteilt bekommen und daher nicht ausrechnen können wie viel die Gebühr in RAND, USD oder EURO ist - Wahnsinn! Der Kurs ist seit Monaten auf eine Nachkommastelle stabil. Soll es das wirklich gewesen sein? Nur weil Sonntag ist können wir die Baine's Baobabs nicht besuchen?
Wir überlegen was wir tun können und boten den Parkwärtern einen privaten Währungstausch zu einem sehr auskömmlichen Tauschverhältnis an - keine Chance! Das dürfen sie nicht machen.
Wir fangen an und packen auf dem Parkplatz unser Frühstück aus - vielleicht kommen ja noch andere Besucher, bei denen wir PULA tauschen können.
Plötzlich kommt Hermann aus dem Parkwärter-Office gestürmt und sagt, dass wir alle Frühstücksvorbereitungen abbrechen sollen - Wir dürfen in den Park fahren!
Fassungslosigkeit bei uns - Wie hat er das nur wieder geschafft?
Später verrät er uns, dass er den Parkwärtern sein Taschenmesser, eine Taschenlampe und sogar seine Schuhe angeboten hatte, jedoch ohne jeden Erfolg - In Botswana ist Korruption halt wirklich Tabu!
Als Hermann jedoch erzählt hat, dass wir über 10.000 km aus dem fernen Deutschland angereist seien, nur um die Baine's Baobab Bäume zu sehen, haben sie uns einfach ohne Bezahlung in den Nxai-NP reingelassen. Wir mussten nur versprechen, dass wir nur zu den Baobabs fahren und nirgendwo sonst im Park.


Auf der Fahrt durch den Nxai NP sehen wir eine Trappe, die eine Flügelspannweite bis zu 2,5 Meter haben.

Und dann tauchen die Baobabs über dem Grasland auf.


Wir sind fasziniert von der einzigartigen Atmosphäre inmitten dieser bis zu 2.500 Jahre alten Baumriesen. Man stellt sich unweigerlich vor, dass diese Bäume zu Jesu Zeiten schon bis zu 500 Jahre alt waren.

Der Stammumfang des größten Baumes misst 25 Meter.



Zurück auf dem Weg zur Makgadikgadi Pan treffen wir eine große Gruppe von Straußen die bald danach im Gebüsch verschwindet.



Im nächsten Post berichtet Hermann über unsere Weiterfahrt durch die Makgadikgadi Pan nach Kubu Island (@Post von Hermann).

Samstag, 1. Juni 2019

So leben die Menschen in Afrika

Wer viele Kilometer auf Afrikas Straßen zurücklegt, dem fallen so einige Sachen auf. Zum einen sind da die vielen Kinder, die an die Straße rennen und " Sweets, sweets", rufen, sobald sie Touristen ausgemacht haben. Und als solche sind wir natürlich sofort zu erkennen. Weiter fallen auch die vielen Sachen auf, die aus unserer Welt nicht kennen. Diese zwei Brüder sind mit ihrem Rindergespann ein eingespieltes Team. Mit einem Schlitten holen sie tagtäglich frisches Wasser für ihr kleines Dorf. Wenn der kleine vorne läuft, laufen auch die Rinder. Hält er an, bleibt das ganze Gespann stehen. Sein großer Bruder muss sehen, dass der Schlitten schön in der Spur bleibt, denn eine Schräglage würde schnell das Wasser zum Kippen bringen. Der Schlitten ist, wie wir später sehen, nur aus Holz und Seilen gefertigt. Alles andere wäre wohl zu aufwendig und teuer.


Häufig denken wir, so stellt man sich zuhause Afrika vor. Und manchmal auch nicht, denn in der Nacht z. B. frieren tatsächlich einige unserer kleinen Reisegruppe. Sie zittern nicht vor Angst wegen der vielen afrikanischen Tierlaute und fremden Geräusch, sondern weil man sich bei den Tagestemperaturen von bis zu über 30 Grad, die Nächte nicht so vorgestellt hätte. Dabei haben wir eine Matratze, warme Schlafsäcke und Wolldecken. Die beiden Jungen werden vermutlich in ihrer Lehmhütte auf einem Geflecht aus Papyrus liegen, zugedeckt mit einer Art alter Armeedecke.



So wie die typische afrikanische Matratze aus dem Schilfgürtel der Flüsse kommt, so ist es auch mit der traditionellen Hausabdeckung aus Reet.  Zum Glück sind die Afrikaner in vielen Sachen gelassener als wir. Was für uns unvorstellbar ist, ist für sie Normalität. Soll ich nun sagen : "Was haben wir es gut?" Oder sollte ich eher sagen: "Wie arm sind wir dran und wie glücklich sind diese Menschen hier, da sie MIT SO WENIG, SO GLÜCKLICH UND ZUFRIEDEN zu sein scheinen? Denn auf freundliche und glückliche Menschen und Gesichter treffen wir auf unserer gesamten Reise.


Da kann der Besuch von zwei Bleichgesichtern in einem kleinen Dorf schon Stress auslösen, wenn der Gast denkt, dass die mitgebrachten Kugelschreiber gerecht verteilt würden, wenn man sie einem von vielen Kindern gibt. Leider Fehlanzeige und Renate ist um eine Erfahrung reicher. Als ich danach den Kindern jeweils ein MAOAM Päckchen gebe, die bei dem Gerangel um die Kugelschreiber leer ausgegangen sind, strahlen die Gesichter wieder, die kurz vorher mit den Tränen gekämpft hatten.


Auf das Geschrei der Kinder hin, taucht ein Mädchen auf, das sich mit Renate auf Englisch unterhalten kann. Sie berichtet, dass in ihrem Dorf rund 50 Personen leben. Die Kinder besuchen zu Fuß eine Schule, die nur ca. 1 1/2 Kilometer weit entfernt auf der anderen Straßenseite liegt. Das Mädchen geht nicht mehr zur Schule, hat aber auch keine Arbeit. Das ist schade, denn sie spricht ganz gut Englisch. Sehr viele, auch junge Menschen können nicht mit uns reden, weil sie nicht Englisch sprechen. Und selbst bei Guides ist eine sehr schlechte englische Aussprache festzustellen. Zum Abschied dürfen wir die Gruppe fotografieren. Der Dorfbesuch hat uns bereichert. Wir sind unterwegs und haben nur das Nötigste von unserem Hab und Gut bei uns. Dieses Nötigste ist jedoch viel mehr, als diese einfachen Menschen jemals besitzen werden. Trotz ihrer materiellen Armut sind sie zufrieden und damit reicher, als die meisten Menschen in der westlichen Welt.